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PLM-Projekte scheitern nicht am Tool –
sondern an der Zielsetzung
Wer PLM als IT-Projekt startet, verliert.
Wer PLM als Führungsinstrument begreift, gewinnt.
Aber was heißt das konkret?
Warum so viele PLM-Initiativen alles noch verschlimmern
Viele Unternehmen stecken mittendrin:
Millionen in Tools investiert – aber die Effekte bleiben aus.
Das System läuft technisch sauber – doch niemand nutzt es wirklich. Schattenlisten in Excel, doppelte Kontrollen, fehlendes Vertrauen in Daten.
Der Kernfehler:
PLM wird als IT-Projekt verstanden, nicht als Führungsinstrument.
6 Denkfehler, die PLM-Projekte scheitern lassen
Wir brauchen ein neues System.
Nein:
Sie brauchen erst Klarheit, dann Struktur, dann Systeme.
Ein schlechtes System ersetzt keine schlechte Organisation – es zementiert sie.
PLM ist ein Engineering-Tool.
Falsch:
PLM ist ein Business-Tool, das Engineering, Produktion, Einkauf und PM verbindet.
Wer es nur in F&E verortet, baut eine Schatten-IT: unverbundene Engineering-Tools, ohne Integration in ERP, MES oder gar untereinander. Ergebnis: vogelwilde Strukturen, teuer und ineffizient.
Wir machen erst mal ein Pilotprojekt.
Klingt schlau, ist oft ein Alibi:
Piloten lösen keine Strukturprobleme – sie vermeiden sie.
Ein PLM-System ohne Governance ist wie ein ERP ohne Buchhaltung.
Wir brauchen mehr Transparenz.
Stimmt:
aber ohne klare Verantwortlichkeiten, Rollenlogik und Entscheidungspfade erzeugt Transparenz nur Datenmüll.
Das regelt die IT.
Falsch:
Wer PLM der IT überlässt, bekommt Datenpflege – aber keine Wertschöpfung.
PLM ist ein Führungsinstrument, kein Systemadministrations-Thema.
Hinzu kommt:
IT-Abteilungen fahren meist eine One-Vendor-Strategie, die selten zu den komplexen Anforderungen in Entwicklung, Fertigung und Service passt.
Wir haben doch schon PLM eingeführt.
Ein besonders teurer Irrtum:
Viele Unternehmen nutzen ein PLM-System nur als CAD-Ablage, also lediglich als PDM – und verbrennen Millionen für Einführung und Betrieb ohne realen Gegenwert.
Ergebnis:
Das teuerste Ablagetool der Firma.
Praxisbeispiel:
Technisch sauber, praktisch nutzlos
Ein Kunde führte über Jahre PLM ein. Das System lief stabil – aber:
- völlig abweichende Datenstrukturen zwischen PLM und ERP -
jede Freigabe musste manuell überführt werden, keine Synchronisation möglich,
- keine durchgängigen Produktstrukturen, wirre Datenablagen, vollständig manuelle Variantenbildung - mit unfassbarer Redundanz und ohne funktionierende CAD–CAM-Brücke bei hoher Fertigungstiefe,
- unklare Daten-Owner,
- parallele Schattenlisten in Excel,
- kein Vertrauen in Stücklisten, Konfigurationen und Variantenlogik,
- keine echten Freigabe- oder Änderungsprozesse.
Die Folge:
Rund 85 Mitarbeitende beschäftigten sich dauerhaft mit manuellen Korrekturen, redundanter Datenpflege und Nacharbeiten – Aufgaben, die ein integriertes PLM eigentlich lösen sollte.
Jährlicher Schaden allein durch diese Nachbesserungen: rund 7,5 Mio. €.
Die Lösung:
PLM als Reifegrad-Projekt
PLM ist kein IT-Projekt – es ist ein Reifegrad-Projekt.
Ein System entfaltet nur dann Wert, wenn die Organisation bereit ist, sich entlang des Produkts zu strukturieren.
Wichtige Fragen:
- Wo steht die Organisation heute?
- Welche Prozesse sind strukturierbar?
- Wo fehlt Ownership? Wo entstehen Redundanzen?
Ein PLM-System wird erst dann Gewinnbringer, wenn Datenstrukturen, Verantwortlichkeiten und Prozesse durchgängig definiert sind –
vom Engineering über ERP bis in die Fertigung und den Service.
Fazit:
Zielsetzung vor Tool
Viele Optimierungsprojekte bleiben in den IT-Systemen hängen – getrieben von den Hochglanzfolien großer Softwarehersteller.
Digitalisierung gelingt aber nicht durch Lizenzen, sondern durch
Führung, Struktur und Reifegradentwicklung.
PLM verbindet Strategie mit operativer Exzellenz.
Wer es auf Tool-Ebene belässt, zahlt drauf.
Wer es als Führungsinstrument versteht, steigert Wertschöpfung, Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit.
Bevor falsche Annahmen Millionen kosten
Ein klarer Blick von außen spart Zeit, Geld und Diskussionen.
Starten Sie mit einem kompakten Workshop und schaffen Sie die Grundlage für strategische Entscheidungen.
